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AV MTB Aberlandrunde

Sobald die Mehrtagestouren im Frühjahr ausgeschrieben werden, sind sie auch schon ausgebucht. Dieses Mal „ergatterten“ Claudia, Hary, Sissi, Rosa Maria, Peter, Martin, Gabi und Gerhard einen Platz, um mit Toni den Bayerischen Wald rund um den Arber zu erkunden. Wir sind somit 4 RadlerInnen mit Strom und 5 ohne und, ja, das passt! Was wir auf dieser Runde so erlebten und wie es uns ergangen ist, hat Gabi Winkler in einem netten Bericht, den es sich durchaus zu lesen lohnt, zusammengefasst (thank you very much, Gabi). Nach dem Bericht, könnt ihr euch die Tour zusätzlich in einem kurzen Film ansehen!

Tourdaten: 220 Km und ca. 5200 HM

Fazit: Mit einer netten, homogenen Gruppe, schafft man die 4 Tage ohne Probleme…..

Teilnehmer: Claudia, Sissi, Gabi, Rosa, Gerhard, Peter, Harald und Martin

Guide: Toni Kitzmüller

Foto: alle Teilnehmer

Spruch der Woche von Harry nach einem Sturz: „Net helfen!!! Net helfen … FOTOGRAFIEREN!!“

Prolog nach 4 Tagen im Arberland (Gabi)

Wir wussten nicht, was uns erwartete und das war gut so. Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür. Man fährt aber sehr wohl Etappe um Etappe, immer das nächste Ziel vor Augen.  Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag zwischen 12 und 13 km/h – in Anbetracht der schwierigen Höhenmeter und des erbärmlichen Sauwetters durchaus sportlich. Mit Toni als Guide machte das alles in allem trotzdem unheimlich viel Spaß! Herzliches Dankeschön an Toni und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den guten Zusammenhalt. … möge der Schmäh immer mit uns sein!

Tag 1: Von Bayerisch Eisenstein nach Frauenau über den großen Falkenstein (1315 hm)

Die Anreise erfolgt mit Privatauto in Fahrgemeinschaften nach Bayerisch Eisenstein, wo wir die Autos beim Wanderpark abstellen können.

Überpünktlich kurz nach 10 Uhr starten wir voll motiviert bei moderaten Temperaturen und Sonnenschein. Doch kaum losgefahren verzieht es sich, der Wind pfeift um die Ohren, es beginnt zu regnen und es wird empfindlich kalt, je höher wir rauffahren. Für das Gruppenfoto beim Gipfelkreuz des Großen Falkensteins nehmen wir uns noch Zeit. Dann flüchten wir ins warme, sehr moderne Falkenstein Schutzhaus, denn Aussicht gibt es keine zu bewundern – Nebel wohin man schaut.

Frisch gestärkt, aufgewärmt, halbwegs „regenfest“ verpackt geht es gleich einen feschen Trail runter…. Rutschig aber lustig. Der Weg durch den Nationalpark ist nicht nur steinig, sondern auch zusätzlich, stellenweise durch Windwurf blockiert. Wir müssen die Bikes oft durch Gestrüpp und über Baumstämme schieben und heben. Die Regenwolken begleiten uns den ganzen Tag und überraschen uns sogar mit Gewitter und Hagel. Zeitweise haben wir alles gleichzeitig – kurzen Sonnenschein inklusive. 

Nach 42 km, 1172 hm und etwas mehr als 4 Stunden am Radl kommen wir bei strömendem Regen klatschnass und dreckig bis obenhin im „Waldkristall“ an, das seinem Namen alle Ehre macht! Wir werden freundlich willkommen geheißen, ungeachtet unserer „Erscheinung“. Der Schlauch zum Räder waschen ist schnell bereitgestellt und in der Garage finden wir auch Strom für die 4 E-Bikes. Die erste Runde Elektrolyte nehmen wir gleich bei der Rezeption im Stehen und der Wirt nimmt`s gelassen, dass wir einiges an Dreck auf seinem Teppich zurück lassen…..für die nassen Schuhe gibt es stapelweise alte Zeitungen und – wie nett – Die Sonne schaut abends noch vorbei um unsere Klamotten am Balkon zu trocknen!

Das Essen ist sehr gut und reichlich. Bei der Nachbesprechung wird der Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht. Rechtschaffen müde schlafen wir bald und freuen uns auf den zweiten Tag.

Highlight des Tages: „Net helfen!!! Net helfen … FOTOGRAFIEREN!!“  Auf einer schmalen Brücke mit vorgelagertem „Stolperstein“ kam Hary spektakulär zu Sturz, was zum Glück ohne weiter Folgen blieb. Da der Drang zu helfen stärker war, als die Sensationslust, gab es leider kein Foto für Hary….

Tag 2: Von Frauenau nach Bischofsmais ca. 53 km, 915 hm und 4h45 Fahrzeit

Nach einem kleinen, feinen Frühstück starten wir in einen trüben Tag, die Vorhersage: Dauerregen…. Und nach 100 m ein Schreck-Moment: Die Anzeige bei Harrys E-Bike blinkt rot – gar nicht gut! Aber dann starten wir doch mit Harry und etwa 20 Minuten Verspätung ins Bikevergnügen – oder wie nennt man eine Ausfahrt zu 90% bei strömendem Regen und mit Sturmböen bis zu 50 km/h??. Die Moral ist ungebrochen, der Schmäh lauft bei den kurzen Pausen nichtsdestotrotz. Gesperrte Forstwege mit Umleitung und extra hm können uns nicht erschüttern. Dass mittags nicht eingekehrt wird, liegt nicht allein daran, dass das Café noch geschlossen ist, sondern auch an uns – wir wollen einfach nur ins Quartier, ins Trockene, ins Warme! 

Endlich in Bischofsmais angekommen, halb erfroren, völlig nass und verdreckt und ziemlich unterzuckert steuern wir den sicheren Hafen Hirmannshof an.

Im Landgasthof Hirmannshof finden wir allerdings – sagen wir mal – suboptimale Bedingungen vor. Man empfängt uns … erst einmal nicht, dann doch, aber sehr unfreundlich. „Des gibts net“ (Wasserschlauch für die wirklich schmutzigen Räder und Biker!) „Fahrt zum Geisskopf, dort ist eine Waschanlage für eure Radln!“ (Anm.: das ist 5 km entfernt!)  „Des geht net“ (Aufladen der E-Bikes) „Des hamma net“ (Verlängerungskabel, weil nur eine Steckdose außerhalb des Radabstellraumes verfügbar ist…) „…. Und mit den dreckigen Schuhen geht ihr nicht rauf ins Zimmer!“ Nach alten Zeitungen für die Schuhe  zu fragen, wagten wir erst gar nicht mehr! Ein Nachbar stellt dann seinen Gartenschlauch zur Verfügung. Wir duschen alles und alle ab, sind dann noch nässer als vorher.  Und wem nicht geholfen wird, der hilft sich selber. So ein großer Gasthof hat irgendwo ein Verlängerungskabel …….2 Föhn gibt uns die Chefin(?) dann doch, um die Schuhe halbwegs trocken zu bekommen. Dass in den Zimmern keine Heizung lief, war zu erwarten, es hatte ja immerhin 12 Grad draußen… erst auf Anfrage wurde eingeheizt.

Nach einem sehr guten Abendessen, einer ausführlichen Besprechung der Tagestour und einer Vorschau auf Tag 3 – der stärkste Tag steht bevor – gehen wir zu Bett und träumen vom nächsten Tag und was er wohl bringen wird…

Highlight des Tages: Der Empfang im Gasthof wird wohl noch länger für Gesprächsstoff sorgen….

Auszug Dialoge mit den Besitzern:

Wirtin „mit den dreckigen Schuhen könnt ihr nicht auf Zimmer gehen“
Toni „wo können wir die Schuhe putzen“
Wirtin „nirgends“

Toni „wir brauchen Strom für 4 E-Biker“
Wirtin „wurde nicht bestellt, also gibt es keinen“
Toni „wir bezahlen den Strom eh“
Wirtin „habe nur eine Steckdose, also nein“

Sissi beim Abendessen zum Gatten der Wirtin
Sissi „bist du der Chef“
Gatte „nein, ich bin hier nur der Hausl“

Tag 3: Von Bischofsmais nach Arnbruck ca. 71 km, 1800 hm, 7h Fahrzeit

Der Start in den Tag beginnt leider wieder holprig. Diesmal beschließt Harris Bike im „Geht nicht – geht – geht nicht -Modus“ zu bleiben. Im Bikecenter am Geisskopf gibt es leider keine Lösung für das Problem. Durch die Verzögerung nehmen wir den Sessellift nach oben und Abschied von Harry, der weitgehend ohne Strom am Asphalt die Strecke nach Arnbruck fährt. Wettertechnisch kann der Tag nicht besser sein. Die Sonne kokettiert mit den Wolken und gewinnt immer wieder zu unserer Freude!

Der Flowtrail ist ein lustiger Start in die heutige Schönwetter-Etappe. Die Wege sind gut markiert, und wir kommen gut voran. Die 24% (!) Steigungen zwischendurch (Toni, danke!) nehmen die E-Biker mit allem, was das Rad zu bieten hat. Vor den „Bio-Bikern“ ziehen wir den Hut! Eine Wahnsinnsleistung! Gefahren und geschoben eine Herausforderung, zumal wir erst die Hälfte der Tour hinter uns haben. Die Einkehr im Gasthof zum Predigtstuhl ist eine Punktlandung und dringend nötig. Supernett, gutes Essen, Strom für „Bedürftige“ – Bikerherz, was willst du mehr? So gestärkt nehmen wir die zweite Hälfte der Tour in Angriff.

Wenige Kilometer vor Arnbruck lockt uns eine wunderschöne Aussicht auf Viechtach mit gastronomischem Angebot, den Elektrolythaushalt ins Gleichgewicht zu bringen – einfach unwiderstehlich!

Der Rest der Tour ist dann nur noch Formsache. Das Hotel ist ok, die Wirtsleute ebenso, alles passt. Der Dorfwirt gegenüber kocht gut und reichlich. Ausnahmsweise hält unsere Hotelbar noch ein wenig länger offen. Unser Flüssigkeitshaushalt ist noch nicht ganz im Lot.

Highlight des Tages: DIE SONNE! Eine unglaublich fordernde Tour für alle, Wurzeltrails Uphill, steiniger Downhill, nass und rutschig, immer wieder tiefer Untergrund. Tiefenentspannt am Weg – Toni … komme was wolle. Z.B. Tag 4 und: was macht wohl Harrys Bike?

Tag 4: Von Arnbruck z´ruck nach B. Eisenstein ca. 1260 hm, 49km 4.45h Fahrzeit

Ein Klacks – oder? Der Tag weiß nicht so recht, wie er sich präsentieren soll. Es ist kalt und warm aber nicht schön und auch nicht schlecht… Harrys Radl streikt sicherheitshalber, sodass er wieder alleine losziehen muss.

Den größten Teil der Höhenmeter packen wir gleich zu Beginn. Auf etwa 1000m Höhe fahren wir kilometerlang gefühlt nur geradeaus. Die Aussicht, die Gegend – ziemlich unspektakulär. Der Weg und das „sanfte“ Auf und Ab haben es allerdings in sich. Die Pneus saugen sich beinahe an den Untergrund und es ist sogar für uns E-Biker anstrengend, voranzukommen.

Am großen Arbersee machen wir kurz Pause im Arberseehaus, einem sehr beliebten Ausflugsziel.

Die letzten 18 km bieten dann doch noch etwas Abwechslung. Wir schnappen im Bikepark Arber noch ein paar hm extra und einen Flowtrail zur Belohnung. Derart beflügelt nehmen wir die letzten km beinahe gelassen hin. Harry wartet bereits in der Schmugglerhütte bei einem Bierchen nach 800hm und etlichen km auf Straße und teilweise unwegsamen Pfaden, rechtschaffen müde aber glücklich, es geschafft zu haben.

Kurzer Film